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„Ich kann nicht mehr das spielen, was ich will und kann.“ Tanja Pfahl vom Drittligisten VfL Waiblingen hört auf.Foto: ZVW

„Ich kann nicht mehr das spielen, was ich will und kann.“ Tanja Pfahl vom Drittligisten VfL Waiblingen hört auf.Foto: ZVW

„Schwer vorstellbar, wie es ohne Handball ist“

Handball, 3. Liga, Frauen: Seit der C-Jugend spielt Tanja Pfahl beim VfL Waiblingen, aus gesundheitlichen Gründen macht sie mit 30 Jahren jetzt Schluss

Seit der C-Jugend spielt Tanja Pfahl Handball beim VfL Waiblingen, ab sofort muss der Drittligist ohne sie auskommen: Mit 30 Jahren macht sie Schluss – aus gesundheitlichen Gründen. „Ich hätte gerne noch zwei Jahre weitergemacht“, sagt die Diplom-Sportwissenschaftlerin. „Aber ich kann nicht mehr so spielen, wie ich will und wie ich eigentlich kann.“


Die Waiblinger Handballerinnen ohne Tanja Pfahl? Daran muss man sich erst gewöhnen, schließlich gehört die Rückraumspielerin quasi zum Inventar beim VfL. Mit gerade einmal 30 Jahren ist sie die „Mutti“ im Team. Katharina Winger beispielsweise hatte gerade so ihre Windeln abgelegt, da spielte Pfahl – mit 16 Jahren bereits – mit der Frauenmannschaft des VfL in der damaligen Regionalliga. Dabei war’s ein paar Jahre zuvor gar nicht unbedingt klar, dass sie Handball spielen wird.

Weil die Mutter die Handball-Minis des TV Aldingen trainierte, kam Tanja Pfahl zwar zwangsläufig mit dieser Sportart in Berührung. Doch parallel spielte sie auch Tennis und feierte Erfolge in der Leichtathletik: Mit zehn Jahren wurde sie Kreismeisterin im Schlagball und im Vierkampf und war in der württembergischen Bestenliste auf Rang sieben notiert. „Ich habe jeden Tag irgendetwas gemacht, das mit Sport zu tun hatte“, sagt sie. Irgendwann ist der Zeitaufwand zu groß geworden, sie hat sich entscheiden müssen – und die Wahl fiel so schwer nicht. „Ich wollte einen Mannschaftssport machen.“

Riesiger Erfolg: Deutscher Meister mit der A-Jugend des VfL

Schnell wurde sie in die Enz-Murr-Auswahl berufen. In der Sportschule Ruit erkannte der damalige Landestrainer und Waiblinger Coach Günther Schweizer das Talent Tanja Pfahls. Sie wechselte im zweiten C-Jugend-Jahr zum VfL, die Verbandsauswahl war der nächste Schritt.

1999 war Pfahl an einem der größten Erfolge in der Geschichte des Waiblinger Handballs beteiligt: Die VfL-A-Jugend wurde in Erfurt zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister. „Mit 16 Jahren war ich ein junger Spund“, sagt Pfahl. Die eine oder andere Mannschaftskollegin war fast zwei Jahre älter. Zum Team, das gespickt war mit großen Talenten, gehörten unter anderem die Nationalspielerinnen Maren Baumbach und Nadine Krause.

Im selben Jahr feierte Pfahl ihr Debüt im Frauen-Regionalligateam – ein enormer Sprung, der ihr dank ihrer physischen Voraussetzungen keine allzu großen Schwierigkeiten bereitete. „Körperlich war ich immer ein bisschen weiter“, sagt sie. „Ich war nie ein Häddele.“ Mit 17 Jahren hatte sie die ersten Einsätze in der Jugendnationalmannschaft, die Angebote aus der Bundesliga ließen nicht lange auf sich warten. Zur Saison 2001/2002 schloss sie sich – gemeinsam mit der Torhüterin Maike März – dem TuS Metzingen an. Es war auch eine logistische Entscheidung. „Ich steckte mitten im Abitur und wollte nicht allzu weit weg.“ Der Aufwand sei dennoch enorm gewesen. Viermal die Woche mussten in Fahrgemeinschaften die 60 Kilometer, einfache Strecke, von Aldingen zum Training bewältigt werden. „Das war mit ein Grund, warum ich dort aufgehört habe.“ Nach dem einjährigen Intermezzo kehrte Pfahl zum VfL zurück – wie auch Maren Kölz, die ihr Glück bei FA Göppingen versucht hatte.

Im April 2003 feierte der VfL unter der Trainerin Martina Klose den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Pfahl Teamkolleginnen waren unter anderem Nadja El-Kurd, Maren Kölz, Kati Voigt, Niki Kranz, Sina Bast, Jessica Cyklarz, Lacri Lazar. Zwei Spielzeiten hielt sich der VfL – und stieg in der Saison 2006/2007 unter dem Coach Jürgen Krause erneut auf. Im Team standen außer Pfahl beispielsweise Ronja Grabowski, Katharina Blum, Bettina Bay, Maren Kölz, Jessica Cyklarz, Tina Habiger, Sevgi Öztürk und Sina Bast. Diesmal musste der VfL umgehend wieder zurück in die Regionalliga. „Das war schon schade“, sagt Pfahl. Gerne hätte sie länger mit dem VfL in der 2. Liga gespielt. „Ich denke, der Verein hat es versäumt, das Augenmerk auf den Frauenhandball zu legen.“ Mit den Frauen und Männern auf solch hohem Niveau zu spielen, sei kaum möglich.

Trotz einiger Angebote, Blomberg war ein Kandidat, blieb Pfahl dem VfL Waiblingen treu. Die Nähe zur Familie und zu den Freunden und ein gut funktionierendes Team seien ihr immer wichtig gewesen. „Wir hatten in all den Jahren eigentlich nie Probleme miteinander.“ Die hatte Tanja Pfahl eher mit ihrer Gesundheit: Seit etwa fünf Jahren zwicken die Knie. Die Operation an beiden Patellarsehnen hat sie nicht schmerzfrei gemacht. Im Dezember 2011 gab’s einen Eingriff an der Schulter, die macht ihr heute weniger Sorgen als die Knie. Ende vergangenen Jahres hatte Pfahl genug und entschloss sich, nach der Saison Schluss zu machen. Schweren Herzens. „Ich kann nicht mehr so spielen, wie ich will und wozu ich in der Lage bin.“

Nun wird Tanja Pfahl ihre handballerische Frührente genießen – „vor allem die freien Wochenenden“. Ein bisschen Tennisspielen, Fitness, Ski- und Radfahren. Soweit die Knie mitmachen. Und, wer weiß, vielleicht wird sie auch eines Tages als Trainerin einsteigen und ihre Erfahrungen weitergeben. Davon hat sie in all den Jahren reichlich gesammelt und die unterschiedlichsten Trainer kennengelernt: Martina Klose, Jürgen Krause, Günther Schweizer, Dino Dzidic, Heike Kemmner, Kerstin Zimmermann oder Paul Herbinger.

Einen Lieblingstrainer aus dieser illustren Reihe verrät sie nicht. „Ich bin mit allen zurechtgekommen“, sagt sie. „Allerdings habe immer am besten gespielt, wenn ich das Vertrauen gespürt habe.“

Quelle: ZVW



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