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24.05.12 - Frauen 1 -

Die Verantwortlichen des VfL Waiblingen planen Großes (von links): Nadir Arif, Steffen Leßig und Jörg Heinz möchten mit einem umfangreichen Konzept den VfL nach oben bringen. Foto: ZVW

Die Verantwortlichen des VfL Waiblingen planen Großes (von links): Nadir Arif, Steffen Leßig und Jörg Heinz möchten mit einem umfangreichen Konzept den VfL nach oben bringen. Foto: ZVW

VfL-Macher wollen mit den Frauen nach oben

Nach zwei Spitzenplatzierungen plant der VfL Waiblingen mittelfristig den Aufstieg in die 2. Liga – und nimmt langfristig die 1. Liga ins Visier

Die Handball-Abteilung des VfL Waiblingen hat große Ziele: Nachdem sich die erste Frauenmannschaft an der Spitze der 3. Liga etabliert hat, peilt der VfL den Aufstieg in die 2. Liga an – und schielt langfristig sogar ganz nach oben. „Wir werden aber nicht mit Geldscheinen wedeln“, sagt Jörg Heinz, beim VfL Waiblingen für den Frauenhandball zuständig.


Mit dem vierten Platz hatten die VfL-Frauen die Saison 2010/2011 abgeschlossen. Jetzt kletterten sie sogar noch einen Platz nach oben und waren damit bestes Team aus Württemberg – punktgleich mit Herrenberg. Acht Punkte betrug der Rückstand auf den Meister 1. FSV Mainz 05. Dabei hatte es lange Zeit danach ausgesehen, als könnte der VfL den Aufstiegsfavoriten der 3. Liga eine lange Nase drehen.

In den ersten 15 Spielen sammelte der VfL fantastische 29:1 Punkte und führte die Tabelle souverän an. „Die gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt“, sagt Jörg Heinz, beim VfL für den Frauenhandball verantwortlich. „Die Mannschaft hat tollen Handball gespielt.“

Mit dem Aufstieg habe er sich zu diesem Zeitpunkt – trotz der imponierenden Serie – allerdings noch nicht beschäftigt. „Aber natürlich wären wir bereit dazu gewesen im Falle des Falles.“ So sehr Heinz beeindruckt war vom Auftreten des Teams in der Hinrunde, so wenig überraschte ihn die Schwächephase anschließend. „Uns war schon klar, dass wir nicht ewig auf dem Gipfel stehen können.“
Keine Not-Operation nach Zimmermanns Rücktritt

Die Angst vor Verletzungen sei stets im Hinterkopf gewesen. Und tatsächlich fiel mit Tanja Pfahl eine zentrale Spielerin nach einer Schulteroperation für den Rest der Saison aus. Das war ebenso bitter wie der Rücktritt der Trainerin: Nach dem 17. Spieltag, der VfL hatte gerade die zweite von vier Niederlagen in Folge zu verdauen, zog Kerstin Zimmermann aufgrund zwischenmenschlicher Differenzen mit zwei Spielerinnen die Konsequenzen.

Völlig unerwartet für Heinz, dem „die Tragweite der Auseinandersetzung nicht bewusst“ war. Dass der Tabellenführer plötzlich ohne Trainerin dastand, sei „ein leichtes Drama“ gewesen. In dieser schwierigen Situation habe er sich jedoch auf die große Solidarität im Verein verlassen können. Mit dem A-Jugendtrainer Nadir Arif wurde die vakante Stelle bis zum Saisonende intern besetzt. „So mussten wir keine Not-Operation durchführen wie beispielsweise Hertha BSC“, sagt Heinz.

Dass es fortan längst nicht mehr so rund lief, lag am bereits vor der Saison befürchteten personellen Engpass. Sevgi Öztürk verabschiedete sich ins Auslandssemester, Anja Brugger und Sina Bast spielten angeschlagen, Katharina Winger und Tanja Padutsch mussten mit der Doppelbelastung durch die Spiele mit der A-Jugend der SG Schorndorf fertig werden. So standen im Endspiel des Verbandspokals gar zwei B-Jugendliche im Kader.

„Wir kamen gegen Ende der Runde schon auf dem Zahnfleisch daher“, sagt Heinz. 8:8 Punkte holte der VfL Waiblingen unter Nadir Arif, der sein Team lobt. „Die Spielerinnen haben Charakter bewiesen.“ Auch als die Saison längst gelaufen war, hätten sie sich nochmals richtig reingehängt. Einzig gegen Allensbach und Nürtingen habe die Leistung nicht gepasst, sagt Arif. So blieb der VfL in den letzten vier Spielen ungeschlagen.

Die Waiblingerinnen haben die Saison ordentlich zu Ende gebracht, doch schon zwischendurch gab’s ein Erfolgserlebnis: Mit dem Ex-Coach der TSG Oßweil und des TV Großbottwar, Paul Herbinger, präsentierten die Verantwortlichen einen renommierten Trainer. Der 57-Jährige genießt in Handballkreisen ein hohes Ansehen. „Dass er zu uns kommt, war auch ein Zeichen nach außen, dass hier beim VfL seriös gearbeitet wird“, sagt Heinz.

Auf der anderen Seite würden an den Trainer hohe Anforderungen gestellt. So müsse er bereit sein, die Philosophie des Vereins mitzutragen: Der VfL will vorwiegend mit Spielerinnen aus der Region arbeiten, Waiblingen soll wieder die Anlaufstelle für Talente werden. Was nicht bedeute, dass der VfL den anderen Vereinen die jungen Spielerinnen abspenstig machen wolle.

„Im Gegenteil“, sagt Steffen Leßig. Der Abteilungsleiter des VfL setzt unter anderem auf die Neuregelung des Deutschen Handball-Bundes, die von der nächsten Saison an greifen wird: Künftig dürfen Auswahlspielerinnen bereits in der Württembergliga mit einem Doppelspielrecht ausgestattet werden. „So können wir die jungen Spielerinnen über unsere zweite Mannschaft langfristig an die erste Mannschaft heranführen.“ Die Auswahlspielerinnen könnten für den VfL bei den Aktiven und parallel dazu in der Jugend bei ihren Heimatvereinen spielen. Früher oder später müssten sie sich sowieso einem höherklassigen Verein anschließen, sagt Leßig. Ihm schwebt vor, das Württembergliga-Team zu einem U23-Team zu machen – „mit 70 Prozent Spielerinnen, die nach oben kommen wollen und 30 Prozent, die ihnen mit ihrer Erfahrung bei der Ausbildung helfen“.

Eminent wichtig bei diesem Konzept sei die Verzahnung zwischen der ersten und zweiten Mannschaft und der Jugend. Intensivieren möchte der VfL die Zusammenarbeit mit den Schulen. Mit dreien gibt’s bereits eine Kooperation, eine weitere soll hinzukommen. Nadir Arif leitet momentan sechs Arbeitsgemeinschaften mit je eineinhalb Stunden pro Woche. Geplant ist ferner ein samstägliches Training, das der VfL den Vereinen anbieten möchte und zu dem jeder kommen könne. „Wir haben noch zwei, drei Ideen, die wir umzusetzen versuchen.“

Am Ende sollen die Bemühungen natürlich am sportlichen Erfolg abzulesen sein: Mittelfristig peilt der VfL den Aufstieg an – wobei Leßig, Heinz und Arif nicht viel halten von der eingleisigen Liga. „Sie ist eine Todesliga“, sagt Arif. „Die kann sich eigentlich keiner leisten“, so Heinz. Die Entfernungen zu den Auswärtsspielen und damit der finanzielle Aufwand seien immens. Für die neue Saison haben mit Wolfsburg, Wismar und Altlandsberg drei Vereine keinen Lizenzantrag gestellt. Folge: Es gibt nach dieser Saison keinen sportlichen Absteiger. „Der Verband sollte sich über seine Strukturen Gedanken machen“, sagt Heinz.

Was heißt das für den VfL? Langfristig, so der Plan, könnte sich der Verein auch mit der 1. Liga anfreunden. „Allerdings ohne finanzielle Wagnisse“, sagt Heinz.

Quelle: ZVW



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